Trinkwasseraufbereitung


Abwasser ist durch Gebrauch im Haushalt und Gewerbe mit Schadstoffen / Störstoffen verschmutztes Wasser, das in den Wasserkreislauf zurückfliesst. Dabei ist zu beachten, daß industrielle Abwässer grundsätzlich stärker belastet sind als Abwässer aus Privathaushalten . Man schätzt die Anzahl schädlicher Stoffe im Abwasser auf über 50.000 - deren Wirkung teilweise gesundheitsgefährdend für Mensch und Tier sind. Hierzu gehören Schwermetalle, Pflanzennährstoffe, organisches Material und Salze.
In Kleinstädten fallen heute zwischen 140 - 150 l, in Großstädten etwa 300 l Abwasser pro Einwohner an.
Generell kann in drei verschiedene Reinigungsstufen unterschieden werden:

1) Mechanische Reinigung

In einer Rechenanlage wird das Grobmaterial (Dosen, Flaschen, Plastiktüten, Holz) zuerst entfernt. Hinter diesen Rechen sitzt der sog. Sandfang, mehrere lange Rinnen auf denen sich bei einer Durchflussgeschwindigkeit von 30 cm/s Sand und Kies ablagern. Der so ausgefilterte Sand wird im Sandwaschbehälter gereinigt und ggf. als Bauzuschlagsstoff an Fuhrunternehmen verkauft. In einer weiteren Stufe gelang das Abwasser durch einen Fett- und Ölabscheider, in dem diese obenaufschwimmenden Stoffe abgeschöpft werden. Das so vorgereinigte Abwasser gelangt anschließend in ein Absetz- und Vorklärbecken, wo sich durch geringe Strömungsgeschwindigkeiten ausflockbare Anteile und fein verteilte Feststoffe als Schlamm absetzen. Rund 30 % der Schadstoffe sind in dieser Stufe schon trennbar und werden durch Schieber vom Beckenboden abgetragen und in einen Faulturm gepumpt.

2) Biologische Reinigung

Bei den Abbauprozessen der biologischen Reinigung nutzt man die gleichen Gesetzmäßigkeiten wie die Selbstreinigungsprozesse natürlicher Oberflächengewässer. Durch Zufuhr von Sauerstoff werden die gelösten Stoffe zu Biomasse umgewandelt, welche sich im Nachklärbecken absetzt. Im Belebtschlammverfahren bläst man Druckluft durch Rohre, oder fügt Luft mittels Propellern oder Rotoren zu. Die Dauer des Abbauprozesses und die Entwicklung der Mikroorganismen sind dabei abhängig von der Stoffzusammensetzung im Abwasser. Kohlenstoffabbauende Bakterien wandeln Kohlenstoff in Biomasse um - einen flockigen Schaum, der sich im Nachklärbecken am Boden absetzt. Räumgeräte schieben diesen Schlamm anschließend in den Faulturm.
Nach der biologischen Reinigung weist das Abwasser einen Reinigungsgrad von nahezu 90 % auf und wird nach einer weiteren biologischen Elimination von Phosphat und Pflanzennährstoffen anschließend in den Vorfluter eingeleitet.

3) Schlammbehandlung

Die beim Klärprozess entstehenden Schlämme werden in Faulbehältern / -türmen gelagert. Durch Zugabe von Kalk und unter Luftabschluß bei 30 °C kann dieser Schlamm 20 Tage ausfaulen. Das durch diesen Gärungsprozess entstehende Gasgemisch aus Methan und Kohlenstoffdioxid wird zur Energieversorgung genutzt. Nach der Entwässerung des Schlammes erhält man eine trockene Masse, die als Dünger für landwirtschaftliche Flächen genutzt werden kann oder in Grossfeuerungsanlagen verbrannt wird.